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Auch dein Hund kann einen schlechten Tag haben

Genau wie du und ich hat auch dein Hund Tage, an denen er am liebsten in seinem Bettchen bleiben und sich die Decke bis über beide Ohren ziehen möchte
Im Gegensatz zu dir und mir kann dein Hund leider nicht selbst entscheiden, ob für ihn heute so ein gemütlicher Bett-Tag ist. Spätestens dann, wenn du die Leine und das Halsband aus der Garderobe holst, und dein Liebling auf vier Pfoten nicht wie gewohnt voller Freude und Erwartung auf der Matte steht, musst du dir ernsthaft Gedanken machen, wie es deinem Hund gerade geht. Ganz ehrlich: In den seltensten Fällen ist er zu faul und in noch selteneren Fällen will er dich austricksen, um an ein Gudi zu kommen.


Wann hattest du deinen letzten «Lass-mich-einfach-in-Ruhe-Tag»?
Sicher kannst du dich selbst an deinen letzten «Lass-mich-einfach-in-Ruhe-Tag» erinnern. Arbeiten gehen heute? No way! Du greifst zum Handy und meldest dich für diesen Tag oder eventuell auch für die nächsten Tage krank. Wie erleichtert bist du in diesem Moment, wenn du wieder in die Kissen sinken kannst und dich von einem lieben Menschen verwöhnen lässt. Niemand kommt auf die Idee, dass du nur so krank tust, um Zuwendung zu erhalten oder ein bestimmtes Dessert.
Würde ich jetzt sehr unempathisch zu dir sagen: «Stell dich nicht so an, nach einem Spaziergang mit ein paar eingebauten Beschäftigungen geht es dir besser» und dir dabei die Kuscheldecke wegziehen, würdest du dir vermutlich über unsere Freundschaft ernsthaft Gedanken machen.

Vor zwei Jahren hatte ich selbst Hüftschmerzen
Vor zwei Jahren hatte ich starke Schmerzen in der Hüfte. Mein Gangbild sah auch dementsprechend aus. Wäre da jemand auf die Idee gekommen, mir Simulitis zu unterstellen, um Aufmerksamkeit zu bekommen? Mit Sicherheit nicht. Hätte ich auch dringend davon abgeraten.
Wie um alles in der Welt kann man einem hinkenden Hund unterstellen, dass er das nur spielt, um Zuwendung oder noch besser: um eine Belohnung zu bekommen? An dieser Stelle ist der Begriff «sekundärer Krankheitsgewinn» definitiv fehl am Platz.

Der ist einfach faul und nicht motiviert
Eine andere Fehldeutung passiert öfters auch mit Hunden, die schmerz- oder krankheitsbedingt weniger leisten können. Wie oft habe ich schon gehört, dass der Hund heute faul sei und einfach keine Lust habe, sich für den Menschen und dessen Vorhaben mit dem Hund zu bewegen.

Du und dein Hund haben eine identische Schmerzverarbeitung im Gehirn
Gehen wir davon aus, dass ein Jahr auch für unsere Freunde auf vier Pfoten 365 Tage hat. Dann könnte es doch tatsächlich sein, dass die sich im Durchschnitt genauso oft körperlich oder mental schlecht fühlen, wie wir auch.
Wir alle sind Säugetiere, wir alle haben ein beinahe identisches Nervensystem mit einer identischen Schmerzverarbeitung. Natürlich gibt es Unterschiede in der Schmerztoleranz bei uns Menschen wie auch bei den Hunden. Der eine steckt ein bisschen Bauchgrimmen locker weg, die andere möchte an so einem Tag gar nichts von der Welt wissen.

Unser Gehirn kann den Schmerz kurzfristig ausschalten
Wie oft habe ich schon gehört, dass der Hund dann aber doch jagen geht auf dem Spaziergang, obwohl er gerade noch gehinkt hat. Da kann er offensichtlich nicht so angeschlagen sein. Der hat einfach keine Lust, an der Leine zu gehen.
Was so ein Cocktail von Dopamin, Noradrenalin und Endorphinen bewirken kann, haben wir vermutlich auch schon erlebt. Der Hund rennt durch die Dornen dem Hasen hinterher, als ob er sich über eine grüne Wiese bewegt. Würdest du aber ein Dummy in die Brombeeren werfen, schaut er dich vorwurfsvoll an und du stapfst am Ende selber in die Hecke hinein, um das Teil zu apportieren.

Lerne deinen Hund kennen
Nun möchte ich dich fragen, woran du erkennst, dass dein Hund einen schlechten Tag hat. Sicher nicht, indem er dich nach dem Fieberthermometer fragt oder eine Haferschleimsuppe bei dir bestellt.

Sehr hilfreich ist es, wenn du deinen Vierbeiner in und auswendig kennst. Du weisst um seine Gewohnheiten und seine Vorlieben. Du kennst seine Schlafphasen und seine Ruhezeiten. Du weisst, was er normalerweise gerne macht und welche Interessen er verfolgt. Du kannst seine Lieblingsessen aufzählen und hast eine innere Uhr für seine Essenszeiten. Du weisst, wie schnell dein Hund eine Kausehne vertilgt oder seinen Napf leert. Du kennst den Geruch des Felles, der Pfoten, der Ohren und auch den Mundgeruch deines Hundes. Du erkennst Absonderungen im Ohr, aus der Nase oder aus den Augen. Auch die Analdrüsen sind für dich kein Fremdwort. Du fühlst die Struktur der Haut und der Muskulatur deines Hundes und kannst dir ein inneres Bild davon machen. Du kennst das normale Gangbild und die Bewegungsamplitude seiner Rute. Du weisst, wie sich Verdauungsgeräusche im Bauch deines Hundes anhören, oder wenn dort Stille herrscht. Auch die Konsistenz und der Geruch vom Kot gibt dir bereits Hinweise auf das Wohlergehen deines Lieblings. Die Augen sind bei deinem Hund die Fenster zur Seele. Schau sie dir an, wenn es ihm so richtig gut geht. Und achte darauf, ob sich der Blick verändert oder die Augen trüber werden. Beobachte deinen Hund, wenn er sich hinlegt oder aufsteht. Wie macht er das normalerweise? Merke dir seine beliebten Schlafplätze: eher kühler Boden oder weiche Unterlage? Beobachte ihn in Hundebegegnungen. Wie verhält er sich, wenn er sich wohlfühlt?

Schreibe alle deine Beobachtungen auf
Versuche so viel wie möglich über deinen Hund zu erfahren. Mache für dich die Liste «Normalzustand». Je mehr darauf steht, desto eher wirst du Abweichungen bemerken. Manchmal sind das sehr kleine Veränderungen, manchmal kommen sie schleichend und manchmal sind sie auffälliger.
Leider gibt es immer wieder sehr lange Leidenswege von Hunden, die sich mit Schmerzen durch ihr Leben quälen. Viel zu oft wird immer noch am Verhalten des Hundes herumgebastelt, anstatt sich zu fragen, ob hinter einem Aggressionsverhalten möglicherweise auch eine Schmerzsymptomatik stecken könnte.

Verhaltensversänderungen geben dir immer Hinweise
Zeigt dein Hund eine Verhaltensveränderung, hat er plötzlich oder schleichend ein Problem, das vorher nicht da war, macht es immer Sinn, vor einem Verhaltenstraining die medizinische Seite gut abzuklären.

Hunde brauchen dringend Ruhetage, genau wie wir

Mir ist es ein grosses Anliegen, dem Hund zuzugestehen, dass er Ruhetage haben darf und soll. Gerne gebe ich dir noch ein Beispiel dazu: Du gehst mit deinem Hund in die Berge zum Wandern. Das tut ihr nicht regelmässig und du wachst am nächsten Morgen mit einem heftigen Muskelkater auf. Wieso gehst du davon aus, dass dein Hund nicht auch Muskelschmerzen haben kann? Er geht genauso wenig in die Alpen wie du. Somit ist für euch beide Wellnessen angesagt.

Oder wenn ich an die Dummytrainings in anspruchsvollem Gelände denke oder die intensiven Hundesportwochen mit mehreren Trainingseinheiten am Tag. Könnte einem da nicht der Gedanke kommen, dass die Hunde eventuell am zweiten oder dritten Tag übersäuerte Muskeln haben und dringlich eine Pause brauchen?

Wir alle haben unsere körperlichen und mentalen Höhen und Tiefen

Ich möchte einfach dazu anregen, deinen Hund gut zu beobachten, dir in Erinnerung zu rufen, dass dein Hund ein Lebewesen ist wie du und ich, mit gesundheitlichen Höhen und Tiefen. Mit Tagen voller Energie und mit Tagen, an denen wir oder unsere Hundefreunde, wie eingangs beschrieben, am liebsten im Bett bleiben würden.

In diesem Sinne:

«Auch Hunde können schlechte Tage haben, lass uns Sorge tragen und achtsam sein. »

 

 

 

 

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