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Von Befehlen und Kommandos

Was fällt dir ein, wenn du die Worte Befehl und Kommando hörst oder liest?
Was sind deine Assoziationen dazu? Als Blogleser denkst du möglicherweise an deine Zeit beim Militär, als Blogleserin fühlst du eventuell eine Erleichterung in dir, dass du um den Drill mittels Befehle und Kommandos rumgekommen bist.

Befehlsgeber und Untergebener
Zumindest geht es mir so. Beide Begrifflichkeiten implizieren einen Befehlsgeber, welcher anordnet, und den Untergebenen, welcher gnädigst den Anweisungen Folge leisten soll. Und das alles im Imperativ. Was wäre ein Befehlsgeber ohne Untertanen. Der würde mit Sicherheit ziemlich verloren in der Landschaft stehen und sich die Haare raufen.

Es gibt noch andere Berufszweige, wo die Begriffe Kommando und Befehl im täglichen Sprachgebrauch verankert sind. Zum Beispiel in etlichen Berufssparten im Justizwesen, beim Zoll und der Polizei. Eigentlich fast überall, wo Uniformen und Abzeichen in irgendeiner Form involviert sind.
Vermutlich fragst du dich gerade, was diese Berufsgruppen mit einem Blog über Menschen und Hunde zu tun haben. Gewisse Parallelen gibt es auf jeden Fall, das kann ich dir schon mal verraten.

Worte schaffen innere Bilder
Um dich noch etwa stärker einzustimmen, lass uns ein paar Wortspiele machen: Befehlshaber, Befehlsgewalt, Durchsuchungsbefehl, Kommandozentrale, Haftbefehl, Befehlsverweigerung etc. Du kannst die Liste gerne noch erweitern. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber in mir lösen diese Begriffe nicht gerade ein Gefühl der Freude und Zuversicht aus. Ganz im Gegenteil. Ich spüre eine Beklemmung in mir aufsteigen und Bilder von Gewalt und Unterdrückung machen sich in meinem Kopf breit.

Vokabular in der Hundeszene
Kommen wir jetzt zurück in unsere Welt der Kommunikation mit unseren Hunden. Und richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das gängige Vokabular im Umgang mit unseren Freunden. Wie oft lese ich in Ratgebern oder auf Webseiten, dass der Mensch dem Hund die wichtigen Befehle und Kommandos unter fachkundiger Leitung beibringen soll. Wie man einen Befehl aufbaut oder ein Kommando durchsetzt. Und bist du im Hundesport unterwegs, wird da immer noch von Unterordnung, Führigkeit, Gehorsamsübung, Strafe und Appell die Rede sein. Da gibt es einen Befehlsgeber und einen Befehlsempfänger. Letzterer hat zu tun, was man von ihm erwartet. Oder zu lassen, was Ersterem nicht gefällt. Und wenn dem mal nicht so ist, weil der Hund etwas gänzlich anders verstanden hat oder sein Bedürfnis über die menschliche Anordnung stellt, kommt auch noch das Wort Un-gehorsam zum Zug.

Gewaltfreier Umgang impliziert eine  gewaltfreie Sprache
Für mich hat das mit einer Kommunikation auf Augenhöhe rein gar nichts zu tun. Wie kommt der Mensch überhaupt auf die Idee, ein Lebewesen rumzukommandieren? Und Sanktionen und Strafen auszusprechen oder durchzuführen? Wir wissen, dass Sprache Bewusstsein kreiert. Und umgekehrt. Wenn deine Sprache gewaltfrei ist, wirst du auch einen gewaltfreien Umgang mit deinen Liebsten pflegen. Wenn du innerlich zusammenzuckst beim Wort Befehl und Kommando, bist du auf dem Weg der gewaltfreien Kommunikation gut unterwegs.

Signale, anstatt Befehle und Kommandos
Schneide die alten Befehls- und Kommando-Zöpfe ab. Streich sie aus deinem Vokabular im Umgang mit deinem Freund auf vier Pfoten. Wir alle kommunizieren mit Signalen. Mit Sichtzeichen (Gesten, Körpersprache, Mimik), mit Hörzeichen (Worten, Lauten, Geräuschen KEINE Rasseldosen), mit taktilen und olfaktorischen Informationen (Berührung, Streicheln, Gerüche oder ähnliches, KEINE Schläge). Die Hunde tun dasselbe. Nur sind sie viel differenzierter in ihrem Ausdrucksverhalten, in ihrer Körpersprache, ihren olfaktorischen Möglichkeiten. Wir haben so viele Variationen einer wertschätzenden und freundlichen Interaktion und Kommunikation mit unseren Hunden zur Verfügung.  Befehlen ist einseitig, ein Kommando geben genauso.

Eine gelingende Kommunikation ist immer reziprok
Kommunikation ist ein Prozess, der nur reziprok gewinnbringend für beide Seiten stattfindet kann. Eine Beziehung lebt von der Reziprozität. Einem Hund Befehle und Kommandos zu erteilen, degradiert ein hochdifferenziertes Lebewesen in seinem Sein und verletzt es in seiner Integrität. Gemeinsam Lernen ist ein Prozess des gegenseitigen Einverständnisses, der Rücksichtnahmen und dem Finden einer gemeinsamen gewaltfreien Sprache. Und das auf beiden Seiten. Dann haben auch Begrifflichkeiten wie Unterordnung und Gehorsam ihre Daseinsberechtigung verloren und der Weg zu einer tiefen Freundschaft mit deinem Hund steht auch beiden offen.

In diesem Sinne:

«Sei achtsam mit deinen Worten und lass eure Freundschaft wachsen.»

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