Wann ist ein Hund glücklich?
Was bedeutet Glück überhaupt?
Heute habe ich in einem Post gelesen, dass Hunde glücklich sind, wenn sie für den Menschen eine Aufgabe ausführen dürfen. Die Aussage war bezogen auf Assistenzhunde und / oder Blindenführhunde.
Diese Aussage hat mich etwas beschäftigt. Vor allem die Frage, woran wir denn merken, dass ein Tier, in diesem Falle ein Hund, glücklich ist.
Die Definition von Glück ist gar nicht so einfach. Wenn ich dich konkret frage, ob du gerade jetzt glücklich bist, was wäre deine Antwort? Wie würde sich ein glücklicher Zustand für dich anfühlen? Vermutlich gar nicht so einfach, eine konkrete Aussage zu machen. Wo in deinem Körper spürst du Glück? Ist Glücklich-Sein eher ein Gefühl, eine Emotion oder ein somatisches Erleben?
Wenn wir Glück philosophisch betrachten, kann das je nach Denkrichtung etwas ganz anderes bedeuten.
Glück als Gefühl oder gelingendes Leben?
Glück als angenehmes Gefühl: Wir empfinden Freude, Lust, Wohlbefinden, schöne Momente und Zufriedenheit. Glück ist demnach etwas, das wir spüren.
Oder Glück als gelingendes Leben: Hier wird Glück nicht als Gefühl verstanden, sondern als etwas Tieferes. Ein Leben, das sich stimmig anfühlt.
Wenn man all diese Sichtweisen zusammennehmen würde, könnte man Glück vielleicht so definieren: Glück ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern das Erleben von Stimmigkeit zwischen dem eigenen Leben, Beziehungen, Sicherheit und innerem Frieden.
Können wir überhaupt wissen, ob ein Hund glücklich ist?
Die Frage nach dem Glück oder wie sich glücklich sein anfühlt, ist nicht endgültig zu beantworten. Und schon gar nicht von einem Aussenstehenden. Weil Glück ein sehr individuelles Erleben ist.
Noch viel schwieriger wird es, wenn der Mensch von seinem Tier sagt, dass es glücklich ist. Ich finde die Frage sehr spannend, weil wir das Tier ja nicht fragen können. Aus Beobachtungen und aus dem, was wir in unserem Fall über Hunde wissen, schliessen wir auf einen emotional positiven Zustand unseres Hundes.
Wenn wir Glück als Wohlbefinden, Sicherheit, soziale Verbundenheit, Spiel, Interesse an der Umwelt, angenehme Körperzustände und die Möglichkeit, artspezifische Bedürfnisse auszuleben verstehen, würde ich sagen: Hunde und andere Tiere können vermutlich durchaus glücklich sein.
An dieser Stelle frage ich dich: Woran merkst du, dass das Wohlbefinden deines Hundes hoch ist? Kennst du seine artspezifischen Bedürfnisse und hat dein Hund die Möglichkeit, diese möglichst oft auszuleben?
Macht eine Aufgabe einen Hund glücklich?
Wir teilen Hunden gerne Aufgaben zu und gehen oft davon aus, dass der Hund diese auch wählen würde, wenn er denn könnte. Unsere Hunde haben vermutlich eher wenig Einfluss darauf, was ihren Alltag ausmacht.
Ich behaupte nicht, dass ein Hund nicht Freude daran haben kann, mit seinem Menschen etwas zu unternehmen, gemeinsam die Welt zu erkunden oder einer Beschäftigung nachzugehen. Im Gegenteil.
Was ich schwieriger finde, ist die Aussage, dass ein Hund glücklich ist, wenn er dem Menschen dienen kann.
Vielleicht gefällt ihm die Aufgabe. Vielleicht fühlt sie sich sicher und vorhersehbar an. Vielleicht erlebt er dabei Nähe, Orientierung oder Erfolg. Aber macht ihn genau das glücklich?
Gerade bei Assistenzhunden finde ich diese Frage spannend. Ein Hund kann seine Aufgabe mögen und trotzdem viel Verantwortung tragen. Für mich stellt sich deshalb weniger die Frage, ob ein Hund glücklich ist, weil er arbeitet, sondern eher: Hat dieser Hund trotz seiner Aufgabe genügend Möglichkeiten, einfach Hund zu sein?
Darf er schnüffeln, spielen, schlafen, sich zurückziehen, eigene Bedürfnisse ausleben und auch einmal nichts leisten?
Fragen, die Antworten offen lassen
Ich glaube nicht, dass wir diese Frage nach dem Glücklichsein unserer Hunde abschliessend beantworten können. Aber vielleicht lohnt es sich, immer wieder hinzuschauen. Und zwar nicht nur darauf, was ein Hund für uns tut oder leistet. Sondern auch darauf, was ein Hund braucht, damit sein Leben aus Hundesicht möglichst stimmig und erfüllend sein kann.
In diesem Sinne:
«Hundeglück ist vermutlich mehr als eine zu erfüllende Aufgabe.»
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