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«Wenn Hunde Halt geben sollen.»

Immer wieder begegne ich Situationen, in denen Hunde Menschen emotional unterstützen sollen. Den Menschen beruhigen, Sicherheit geben oder dabei helfen, schwierige Momente besser auszuhalten. Die Spannbreite solcher Aufgaben ist gross.

Was bedeutet das eigentlich für den Hund?

In der Psychologie gibt es für solche Prozesse einen Begriff: Co-Regulation.

Ein Kleinkind weint, weil es hingefallen ist. Die Mutter oder der Vater nimmt es auf den Arm, spricht ruhig, hilft beim Einordnen der Situation. Das Kind lernt mit der Zeit: Ich darf mich so fühlen und ich finde auch wieder zurück in die Regulation.

Auch wir tun das mit unseren Hunden. Mein Hund findet Kühe gruselig. Ich setze mich ruhig zu ihm. Wenn er Nähe möchte, darf er diese haben. Ich spreche ruhig, gebe Orientierung und den Rahmen, den er gerade braucht. Ich unterstütze ihn dabei, sein Nervensystem wieder etwas einzumitten.

Die Verantwortung in der Beziehung

Natürlich können Hunde uns guttun. Sie können Nähe geben, Sicherheit vermitteln und uns durch schwierige Zeiten begleiten. Viele Menschen erleben ihre Hunde als wichtige Stütze im Alltag. Schwieriger wird es für mich dort, wo ein Hund die Aufgabe erhält, einem Menschen Halt zu geben. Ein Hund kann begleiten. Er kann unterstützen. Er kann da sein. Die Verantwortung für die eigene Regulation bleibt aus meiner Sicht dennoch beim Menschen.

Ein Hund lebt in unserer Welt, weil wir ihn in diese geholt haben. Er ist auf unsere Fürsorge angewiesen. Und auch ein Hund hat Grenzen, Bedürfnisse und ein Nervensystem, das Belastungen ausgesetzt ist.

Für mich wird ein Hund dann zu einem guten Begleiter, wenn ein Mensch parallel lernt, sich selbst zu regulieren und Verantwortung für sich und seinen Hund zu übernehmen.

Ein Hund kann unseren Weg begleiten. Gehen müssen wir ihn selber.

In diesem Sinne:

«Ein Hund darf unterstützen. Verantwortung tragen sollte er nicht.»

 

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