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Dein Körper spricht Bände - höre ihm gut zu

Wenn der Bauch kribbelt und die Hände warm werden

Sicher kennst du das Gefühl eines Kribbelns im Bauch. Vielleicht auch diesen kurzen Moment, in dem dein Atem stockt und dein Herzschlag für eine Sekunde aussetzt. Deine Hände werden warm oder kalt, eine Gänsehaut breitet sich aus, dein Kopf wird leicht oder dir wird kurz schwindlig. Manchmal spürst du eine Anspannung in der Muskulatur oder ein Ziehen im Bauch. Und dann gibt es diese Momente, in denen sich plötzlich alles leicht anfühlt, dein Herz vor Freude hüpft und sich dein Brustraum mit einem Atemzug weitet.

Wenn der Kopf übernimmt

Diese Empfindungen sind oft sehr subtil und passieren im Bruchteil von Sekunden. Häufig nehmen wir sie gar nicht bewusst wahr oder wir übergehen sie, weil wir gerade keinen Raum dafür freihalten möchten. Der Kopf übernimmt und sagt uns, dass wir am besten einfach weitermachen und den Körper auf Autopilot schalten.

Wenn Vertrauen verloren geht

Und irgendwann verlernen wir, unseren Körpersignalen zu vertrauen, obwohl sie so viel schneller und unmittelbarer sind als unser Verstand. Stattdessen folgen wir diesem oft blindlings und lassen unsere Körperempfindungen aussen vor. «Darum kümmere ich mich später», sagt der Verstand und übernimmt das Zepter. Das mag eine Zeit lang funktionieren, auch wenn innerlich eine leise Stimme darauf hinweist, dass wir gerade dabei sind, unsere Intuition zu übergehen.

Was das mit deinem Hund zu tun hat

Was hat das nun mit deinem Hund und dir zu tun? Sehr viel. Wie oft triffst du im Alltag Entscheidungen wirklich aus dem Bauch heraus, wenn du mit deinem Hund unterwegs bist? Gelingt es dir, auf deine innere Stimme zu hören und so zu handeln, wie es sich für dich stimmig anfühlt? Oder gehst du im Kopf sämtliche gelesenen Ratgeber durch, wenn ihr in eine schwierige Situation geratet? Möglicherweise hältst du dich auch strikt an eine Anweisung aus der Hundeschule, weil du das so gelernt und abgespeichert hast, obwohl in dir längst alles nach mehr Distanz ruft.

Dein Körper weiss es längst

Dein Körper sendet dir in solchen Momenten klare Signale. Deine Armmuskulatur spannt sich an, dein Herz schlägt bis zu deinen Ohren, kalter Schweiss bildet sich auf deiner Stirn. Dein Sympathikus ist aktiv und dein System steht auf Alarm. Deine innere Ampel steht längst auf Dunkelrot und klares Denken wird schwierig. Dein Hund reagiert in solchen Momenten nicht nur auf die Situation, sondern auch auf dich und deine Anspannung, nicht selten auf beides gleichzeitig. Entsprechend angespannt verläuft dann auch die Begegnung.

Der Moment der Entscheidung

Spulen wir noch einmal an den Anfang zurück. Ein anderer Hund taucht in der Ferne auf. Nimm wahr, was in deinem Körper passiert. Fliesst deine Atmung ruhig, fühlt sich dein Bauch entspannt an, ist dein Kopf klar? Dann befindest du dich im grünen Bereich und kannst noch ein Stück weitergehen.

Nun ruft dir die andere Person zu, dass du deinen Hund ruhig freilassen kannst und winkt bereits mit der Leine. Ihr Hund klebt in gespannter Startposition am Boden. In dir passiert sofort etwas. Dein Herz macht einen kleinen Hopser, du hältst kurz den Atem an und deine Hand schliesst sich fester um die Leine.

Verstand versus Intuition

Gleichzeitig meldet sich dein Kopf und sagt dir, dass es schon gut gehen wird. Dass du jetzt nicht Nein sagen kannst, schliesslich bist du sozial. Auch wenn dein Hund heute schon genügend Sozialkontakte hatte und euer beider Bedürfnis nach einer weiteren Begegnung eher gering ist.

Und trotzdem machst du die Leine los. Du ahnst vielleicht schon, was passiert. Die Begegnung kippt, es wird eng, laut oder hektisch, und im Nachhinein ärgerst du dich, dass du nicht auf deine innere Körperampel gehört hast.

Dein inneres Frühwarnsystem

Mach dir nichts daraus, wir lernen alle aus Erfahrung. Viel wichtiger ist, dass du wieder beginnst, deiner inneren Stimme zu vertrauen, deine Körpersignale wahrzunehmen und ihnen die Beachtung zu schenken, die ihnen zusteht. Diese Körpersignale, auch somatische Marker genannt, sind in deinem Unterbewusstsein gespeichert. Sie basieren auf Erfahrungen und senden ihre Botschaften oft schon, bevor dein Verstand eingreift und dein Handeln beeinflusst. Sie sind so etwas wie ein inneres Frühwarnsystem.

Und wenn du das nächste Mal vor der Entscheidung stehst, ob dein Hund diese eine Begegnung wirklich noch braucht, dann hör einen Moment genauer hin. Dein Körper kennt die Antwort oft schon.

 

In diesem Sinne:

«Hör deinem Körper zu, er ist schneller als dein Kopf.»

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