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Tiergestützte Ergotherapie und berührende Begegnungen

Ankommen und wohlfühlen
Gestern waren wir im Rahmen unseres ergotherapeutischen, hundegestützten Settings im Alterszentrum unterwegs.
Schon beim Verlassen des Fahrstuhls werden wir herzlich von den Bewohnerinnen und Bewohnern begrüsst. Wir begeben uns auf direktem Weg in das Zimmer unserer Klientin – Panda macht es sich gleich auf dem Bett bequem. Die Decke liegt bereits für sie ausgebreitet da.
 
Wendy hat ihren eigenen Besuchsplan
Wendy hingegen zögert kurz, ob sie das Zimmer betreten möchte. Ihre Neugier siegt und sie unternimmt eine kleine Erkundungstour auf dem angrenzenden Flur. Sie spaziert am Aufenthaltsbereich vorbei und steuert zielstrebig auf das Stationszimmer zu – offenbar in Vorfreude auf ein paar Streicheleinheiten. Wendy und Panda sind sehr autonom und entscheiden selbst, wann und ob sie Zuwendung möchten.

Eine berührende Begegnung ohne Worte 
Während sie es sich gut gehen lässt, nähert sich eine betagte Bewohnerin mit ihrem Rollator. Ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus, als sie Wendy sieht. Sie spricht sie leise an, greift nach der Leine, die am Brustgeschirr befestigt ist, wendet ihren Rollator zur Seite und geht. Wendy trottet neben ihr her – ruhig, gelassen, wie selbstverständlich.
Ich gehe ihnen nach – still berührt von diesem kleinen, besonderen Moment.
Die Frau verschwindet mit Wendy in ihrem Zimmer, setzt sich auf einen Stuhl – die Leine immer noch in der Hand. Wendy legt sich ruhig zu ihren Füssen und wirkt ganz zu Hause. Die Bewohnerin strahlt eine tiefe Zufriedenheit aus. Immer wieder ordnet sie die Leine neu in ihrer Hand, schenkt Wendy zwischendurch einen liebevollen Blick.
Nach einer Weile beginnt sie zu erzählen – von ihrem Hund, der sie sechzehn Jahre lang begleitet hat. Ich erinnere mich: Wir sind uns früher öfter am Fluss begegnet, mit meinen damaligen Hündinnen Devi und Leela. Wie klein die Welt doch ist.
 
Erinnerung und Gegenwart verschmelzen zu einem wunderbaren Moment
Für diese betagte Frau ist ihr früherer Hund in diesem Moment wieder ganz präsent. Wendy schlägt eine Brücke zwischen der Lebenswelt von damals und dem Hier und Jetzt. Es spielt keine Rolle, ob es Wendy ist oder ihr früherer Hund – was zählt, ist die stille Freude und tiefe Verbundenheit, die die beiden in diesem Augenblick teilen.
 

In diesem Sinne:

«Hunde bauen Brücken in die Vergangenheit und holen uns dadurch ganz in die Gegenwart."

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