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Beitrag in der NZZ zu den Themen Rasseverbot und reduzierte Ausbildungspflicht

nzz am Sonntag, 09.02.2025 / Wissen Kultur / Blage Judith / S. 51 ff
(Foto bewusst kein Hundefoto, sondern Mindmap: Inhalte aus der Ausbildung Verhaltensberatung)
 
Die Mensch-Hund-Beziehung ist sehr vielschichtig
Ein wie ich finde sehr wichtiger Beitrag zum Thema Rottweiler, Rasseverbote, Persönlichkeit des Hundehalters, der Hundehalterin, Umgang mit Hunden allgemein, reduzierte Ausbildungspflicht im Kanton ZH für Hundehaltende sowie der Rolle und Verantwortung des Menschen am anderen Ende der Leine.
 
Eingangs des Artikels wird auf die Komplexität der Mensch-Hund-Beziehung eingegangen, wie wichtig es sei, sich «mit dem Verhalten des komplexen Beziehungswesens auseinanderzusetzen und verstehen zu lernen.» Im Weiteren bin ich ganz der Meinung der kynologischen Fachperson im Artikel, die sich gegen ein Rasseverbot ausspricht, weil das nicht zielführend sei, wenn es darum gehe, Beissvorfälle zu senken, das zeigten Erfahrungen aus anderen Ländern.
 
Das neue Hundesetz kritisch betrachtet: keine Aus- und Weiterbildungspflicht für Fachpersonen UND eine reduzierte Ausbildung für Mensch und Hund
Ein ganz wichtiger Punkt, der im Artikel angesprochen wird, ist das neue Hundegesetz, welches voraussichtlich im 2. Quartal 2025 in Kraft tritt. Gemäss diesem Gesetz kann jeder und jede HundetrainerIn werden, vorausgesetzt, er/sie besteht eine theoretische und praktische Prüfung. Das reicht dann fürs ganze weitere «Berufs»-Leben aus, es werden keine Weiterbildungen mehr verlangt. Wie die zukünftige «Fachperson» zu ihrem Wissen kommt, sei dahingestellt. Die Fachperson setzt sich dafür ein, «den Beruf des Hundetrainers zum geregelten Ausbildungsberuf zu machen, mit festgelegten Lerninhalten».
 
Die auf sechs Lektionen geschrumpfte Ausbildungspflicht ist besser als gar keine, wie ja auch schon politisch im Raum stand. Wer methodisch-didaktisch geschult ist, kann sich in etwa ausmalen, wie viele neue Inhalte ein Lebewesen (Mensch und Hund) in 6 Lektionen aufnehmen, umsetzen, festigen und generalisieren kann. Und jedem, der sich im Vermitteln von Lehr- und Lerninhalten auskennt, weiss, dass jeder Mensch und jedes Tier sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Möglichkeiten des Umsetzens mitbringen.

In jedem anderen Beruf sind jährliche Weiterbildungen vorgeschrieben
Ich bin tatsächlich schon viele Jahre als Mensch-Hund-Coach unterwegs, habe viel Zeit und Geld in viele Weiterbildungen und Ausbildungen investiert und bilde mich immer noch kontinuierlich weiter. Ich verfüge über eine fundierte Hundetrainerausbildung, eine Ausbildung in Verhaltensberatung für Hunde, habe ein universitäres Lehrdiplom, ein Diplom in Erwachsenenbildung, eine Ergotherapieausbildung sowie einen Fachausweis im Coaching und einen Ausbildungsnachweis in tiersystemischer Aufstellungsarbeit.

Was das hier zur Sache tut? Sehr viel, weil ich es einfach verantwortungslos und auch diskreditierend finde, für einen so anspruchsvollen Beruf wie denjenigen der Hundefachperson (auch das passt nicht: eher Mensch-Hund-Fachperson) eine Ausbildungspflicht für die Lehrperson sowie die Verpflichtung, jährlich Weiterbildungen zu besuchen, einfach abzuschaffen. Als Hundetrainerin zu arbeiten, ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, weil man es immer mit mindestens zwei Lebewesen zu tun hat. In den meisten Fällen geht es in der Ausbildung mehr um die Schulung des Menschen, als um den Hund.
 
Wir haben es in der Ausbildung mit Menschen und Hunden zu tun
Es reicht nicht, kynologisch ein bisschen fit zu sein, weil es, wie im obigen Artikel der NZZ sehr gut dargelegt und wie von mir gerade erwähnt, in erster Linie um den Menschen am anderen Ende der Leine geht. Und das fordert von der Ausbildungsperson tatsächlich einen breiten und gut fundierten fachlichen Wissens- und Erfahrungshintergrund in der Andragogik.
 
Ich bin sehr gespannt, wo das neue Hundegesetz uns hinführen wird. Vielleicht back to the roots? Hin zu einer fundierten Ausbildung, wie in anderen Berufen auch?
 
Herzlich!
Bea
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