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Wie die Milch in die Tüte kommt – oder: von der Qual der Milchkühe und deren Kälber

Wir sind unseren Nutztieren gegenüber echt am Ende der Menschlichkeit angelangt!

Gerade habe ich mir eine Sendung über Kühe und deren Haltung in der Schweiz angeschaut. In anderen Ländern stelle ich es mir noch viel schlimmer vor, weil die Tierschutzgesetze für die Nutztiere dort eine noch grössere Farce sind als hier in der Schweiz. All diese Paragrafen nützen einzig dem Menschen und dessen Profitgier. Und dem Konsumenten, der nach möglichst billigen Milchprodukten und Fleisch im Sonderangebot verlangt und sich keinen Deut darum schert, wie es den «Erstlieferanten», den Kühen und deren Kälbern, dabei geht.

Wie ist es um das Wohl der Milchkühe und deren Kälber in der Schweiz bestellt?
Schauen wir uns in der Schweiz um, die angeblich sehr fortschrittliche Tierschutzgesetze und Verordnungen hat. Ich habe im Film Kühe gesehen, die nie das Tageslicht ausserhalb des Stalles erblicken. Die nie ihre Hufe auf eine saftige Wiese setzen können. Die sich nicht bewegen dürfen, weil das die Milchproduktion einschränkt. Kühe, deren Euter wie riesige, pralle Ballone zwischen ihren Hinterbeinen hängen. Mütter, die dreimal am Tag gemolken werden und deren Kälber ihnen sofort nach der Geburt weggenommen und in Kälberboxen isoliert (!) eingesperrt werden.  

Die Kuh als Dienstleisterin
Ein Landwirt sagt im Film, dass die Kühe dazu da sind, um Hochleistung und einen grossen wirtschaftlichen Nutzen zu erbringen. Stolz erklärt er, dass ihnen zu diesem Zweck eine spezielle Futtermischung mit importiertem Soja und sonstigem Zeug zum Essen gegeben wird. Das ist so weit weg von dem, was die Kuh von Natur aus fressen würde, wenn sie denn könnte.

Kühe, deren Kälber in engen Kälberboxen leben
Da sehe ich Bilder von Kälberboxen, eine an die andere gereiht, und höre die Aussage des Landwirts, dass die Kälber lästig seien. Aber leider gebe es ohne Kälber keine Milch.

Kälber, die so verspielt sind. Die normalerweise in der Natur wie junge Hunde auf der Wiese miteinander herumtollen. Kälber, die – wenn sie denn könnten –, eine enge Bindung zu ihrer Mutter eingehen und die ersten Tage nur mit ihr zusammen verbringen.

Die Kälber werden nach der Geburt von der Mutter getrennt
Die Kälber von sogenannten Milchkühen werden gleich nach der Geburt von ihren Müttern weggezerrt und weggeschoben, während die Mutter im Stall nach ihnen schreit. Das Kalb schreit auch und wehrt sich verzweifelt. Wie abgestumpft müssen die Menschen sein, um so eine Handlung täglich mit immer neuen Kälbern zu wiederholen!?

Begründung für die Isolation: Sie haben ein geschwächtes Immunsystem
Kälber werden in diese Boxen gezwängt, die ihnen gerade einmal vier Schritte nach vorne zum anderen Ende des Käfigs ermöglichen. Keine Möglichkeit, mit den anderen Kälbern artgerecht zu interagieren und zu kommunizieren. Die Begründung: «Zu hohe Infektionsgefahr. Sie könnten sich gegenseitig mit Krankheiten anstecken, weil das Immunsystem der Kälber geschwächt ist». Kunststück, oder? Wie ginge es unserem Immunsystem, wenn wir gleich nach der Geburt, ohne Körperkontakt zu unserer Mutter, in einen Käfig gesetzt würden?

Eine Sendung über tierische Qualen zur Weihnachtszeit
Wir haben wieder einmal Weihnachten. Die Sendung wird am Weihnachtstag ausgestrahlt. Wer schaut sich an den Festtagen einen Film an, der an die Nieren geht? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nur, wenn der Film «Sissi, Schicksalsjahre einer Kaiserin» oder ähnlich heisst.  

Und ich bin sicher, auch an jedem anderen Tag dieses Jahres will niemand sehen, unter welchen misslichen Umständen die Milch von der Kuh in die Tüten kommt. Mit welcher Qual das Glas Milch, das Joghurt oder der Käse auf dem Brot in Verbindung stehen und unmittelbar mit dem Leid der Kühe und deren Kinder verknüpft ist.  

Mutterkuhhaltung ist eine mögliche Alternative
Wer ist denn bereit, ein paar Rappen mehr zu bezahlen für Milchprodukte oder Fleisch? Mit der Mutterkuhhaltung gäbe es eine Alternative. Auch das ist im Film zu sehen. So viel Tierleid wegen ein paar Rappen? Wir Menschen geben für unendlich unnützes Zeug viel Geld aus. Bei der Milch und beim Fleisch jedoch zählt jeder Rappen. Echt jetzt?

Zeigt euren Kindern Unterschiede in der Tierhaltung auf
Wie viel Sinn es doch machen würde, wenn die Eltern mit ihren Kindern auf Höfe zu Besuch gingen, wo man Mutterkühe mit ihren Kälbern beobachten kann. Wo man Kühe sieht, die draussen auf den Wiesen grasen, während ihre Kälber zusammen spielen. Und dann als Gegensatz einen Film schauen, wo die Kühe zu Milchmaschinen degradiert werden. Diese Fabriken kann man nicht besuchen, da sie sehr steril gehalten werden.

Was denkst du, welche Milch wählt dein Kind folglich im Einkaufsladen? Dass das Fleisch auf ihrem Teller nicht primär aus dem Kühlregal kommt, sondern von einem dieser wunderbaren Tiere stammt, wäre zudem eine ehrliche Aufklärung. Selbstverständlich gilt das für jedes andere Tier, das sein Leben für uns lassen muss.

Wer macht denn den Unterschied von Haustier zu Nutztier?
Wenn ich kurz den Bogen zu unseren sogenannten Haustieren schlagen darf: «Wie kann es sein, dass wir ethisch und emotional einen dermassen blinden Fleck haben und einen Unterschied zwischen Nutztier und Haustier machen»?

Unsere Hunde und Katzen leben wie im «Garten Eden», während andere Tiere für sie im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf herhalten müssen. Nach einem Leben voller Leiden und Einschränkungen. Diese Einteilung ist von uns gemacht. Wir definieren, wer es wert ist, in weichen Bettchen zu liegen und dreimal täglich einen gefüllten Napf zu haben. Wir haben eine riesigen Markt für Hunde- und Katzenzubehör geschaffen, Outdoorbekleidung für Zwei- und Vierbeiner, Schönheitssalons, Physiotherapie und Welpenschwimmen. Beschäftigungskurse, um Mensch und Hund zufrieden und glücklich zu machen. Bergsteigen mit dem Vierbeiner, Yoga mit der Katze. Ferienangebote mit vollem Programm für den Hund etc.

Das darf alles sein und ist ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Was nicht sein darf, ist, dass andere Tiere für uns, für unsere Haustiere und für unseren Wohlstand ein Leben in Gefangenschaft und Einzelhaft fristen müssen. Degradiert zu Milchmaschinen und Fleischlieferanten.

Und zum Schluss
Den Fleischkonsum habe ich nur angetönt und gehe an dieser Stelle nicht näher darauf ein. Nur so viel sei gesagt: «Fleisch von eingesperrten und gemästeten Kälbern kann deinem Körper und dem deines Hundes mit Sicherheit nicht guttun.»

Wenn wir den Wahnsinn von immer mehr Milchprodukten und Fleisch zu immer billigeren Preisen nicht endlich stoppen, fällt uns das Ganze hoffentlich irgendwann und möglichst bald auf den Kopf.

Ein Umdenken ist gefragt und das fängt beim Konsumenten an. Zum Wohle aller unserer tierischen Freunde auf vier Hufen, Zehen oder Pfoten.

In diesem Sinne:

«Kälber gehören zu ihren Müttern, genau wie andere (Tier-)Babys auch.»

 

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