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Was haben Verstärker und Lobwort mit Verhalten zu tun?

Wie war das nochmals mit dem primären Verstärker, dem sekundären Verstärker und dem Lobwort?
Wenn ein grosses Fragezeichen vor deinem inneren Auge auftaucht, lies unbedingt weiter.
Wenn dein Hund ein Verhalten zeigt, das dir gefällt, entweder von sich aus oder auf ein Signal von dir, belohnst du vermutlich deinen Hund. Wunderbar, das machst du toll, du bist bereits vertraut mit dem Prinzip der positiven Verstärkung.
Positive Verstärkung ist ein Element der Lerntheorie
Positive Verstärkung ist ein Element der Lerntheorie und bedeutet, dass dein Hund ein erwünschtes Verhalten zeigt und du ihm dieses Verhalten mittels einer Belohnung bewusst machst.
Es kommt also etwas dazu, das dein Hund mit einem guten Gefühl wie Freude verbindet.
 
Die Bezeichnung positiv oder negativ ist rein additiv zu verstehen: Es kommt etwas dazu oder etwas geht weg.
(Die Lerntheorie kannst du an anderer Stelle nachlesen mit den anderen drei Möglichkeiten: negative Verstärkung, positive Strafe und negative Strafe).
 
Was ist denn nun ein sekundärer (positiver) Verstärker und ein primärer Verstärker?
Wie du auf dem ersten Foto sehen kannst, steht der sekundäre Verstärker, also dein Click oder dein Markerwort (Top, Bingo, Tagg etc.) zwischen dem Verhalten und der Belohnung, dem primären Verstärker.
 
Der sekundäre Verstärker (sV) geht einerseits in die unmittelbare Vergangenheit und andererseits weist er in die unmittelbare Zukunft.
Wie ist das gemeint? Der sV macht quasi ein Foto von einem Verhalten (wie Platz), das dein Hund auf dein Signal gerade ausgeführt hat. Es folgt ein sV, also dein Markerwort oder dein Click und gibt dem Hund zwei Informationen:
 
1: Das, was du gerade gemacht hast – dich hinlegen –, ist das, was ich möchte.
2: Und für dieses Verhalten bekommst du gleich eine Belohnung.
 
Somit weiss der Hund mit 100% Sicherheit, dass er mit seinem Verhalten richtig liegt – in unserem Fotobeispiel im wahrsten Sinn des Wortes – und dafür gleich belohnt wird.
 
Auf dem ersten Foto geht es um die Form des Verhaltens, also seitlich auf dem Boden liegen (geht leider nicht anders mit diesem Hundemodell :-)).
 
Jetzt schau dir bitte das zweite Foto an. Du erkennst, dass zwischen Verhalten und Markerwort ein Lobwort kommt, ich kann dazu auch «Keep-going»-Signal sagen.
Wieso? Weil dieses Wort oder diese wiederholten Worte dem Hund mitteilen, dass das gezeigte Verhalten richtig toll ist und er doch bitte noch etwas dranbleiben soll.
Somit sind wir in der Dimension DAUER angekommen.
 
Wenn dein Hund dann aus deiner Sicht lange genug gelegen hat, schliesst du dieses Verhalten mit dem sV (Clicker oder Markerwort) ab und reichst deinem Hund eine Belohung im Liegen. Später kann man den Ort der Belohnung (Futterpunkt) verändern, aber das sprengt hier den Rahmen.
 
Am Verhalten «Gehen neben dir» nochmals erklärt:
Beim Verhalten «Gehen neben dem Menschen an lockerer Leine» ist es derselbe Aufbau. Zuerst die Position, wenn das gut geht, die Dauer (auch hier bespreche ich nicht alle Dimensionen des Verhaltens, sondern erkläre nur die Dimension Dauer). Geht dein Hund neben dir, loben ... loben ... loben ... sV (Markerwort) und belohnen.
 
Wichtig: Nach dem Markerwort ist das Verhalten beendet. Achte darauf, dass du die Belohnung verhaltensunterstützend gibst. Wenn du danach wieder das Verhalten: «Gehen neben dir» möchtest, fängst du wieder von neuem an mit der Signalgebung etc.
 
Wenn du Verhalten, welches noch nicht unter Signal steht, aufbaust, markerst du das erwünschte Verhalten, bis dein Hund es von sich aus öfters und länger zeigt. Erst dann benennst du das Verhalten mit deinem Signal (Hör- oder Sichtzeichen). Du bist dir bewusst, wie das Verhalten genau ausschauen soll.
Ich hoffe, meine Ausführungen unterstützen dich in deinem Lernprozess mit deinem Hund.
 
 In diesem Sinne:
 

«Lernen kann so viel Freude und Spass bereiten, wenn die Lernprinzipien für beide Seiten klar sind.»

 
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