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Eine Fokusänderung ermöglicht neue Lösungswege

Heute habe ich mich sehr gefreut über das Feedback einer Kundin zu ihrem Lernprozess mit ihrem Hundebuben: "Seit ich mich darauf fokussiere, was mein Bube alles toll macht und mich darüber freue und ihm das auch so vermittle, hat sich bereits vieles verändert. Vor unserer Zusammenarbeit habe ich mich darauf konzentriert, was nicht gut läuft und was mein Hund anders machen soll. Was und wie genau anders, wusste ich aber auch nicht so recht. Und stell dir vor, einige dieser Verhaltensweisen haben sich wie in Luft aufgelöst, weil ich ihn für tolles und (von mir) erwünschstes Verhalten richtig fest lobe. Der Bube ist öfter in meiner Nähe und ich habe den Eindruck, er geniesst unsere gemeinsamen Spaziergänge nun viel mehr. Und ich erst!"

Mach mehr von dem, was gut läuft
Für mich ist ihre Zusammenfassung des Lernens über positive Verstärkung ein Geschenk. Und mir fällt natürlich der lösungsorientierte Ansatz ein: «Konzentriere dich nicht auf das Problem, sondern darauf, was alles schon richtig gut läuft. Und davon mach einfach mehr». Tönt sehr naheliegend und logisch, oder?

Zwei Listen bringen Klarheit
Ich bitte dich nun, auf einem Blatt Papier aufzuschreiben, was dich an deinem Hund oder an dessen Verhalten stört...Bist du soweit? Dann notiere jetzt, was Du an Deinem Hund, respektive an gezeigtem Verhalten so richtig toll findest...Fertig? Ok, dann vergleiche die beiden Listen. Welche ist länger? Hast du mehr Verhalten aufgeschrieben, das dir gefällt? Dann bist du bereits mit einer sehr positiven Sichtweise unterwegs. Falls das nicht der Fall ist, hast du jetzt einen kleinen Anstoss erhalten, die nächsten Tage darauf zu achten, was Dein Vierbeiner alles schon wunderbar macht, worüber du dich mit ihm freust und ihn fest dafür lobst. Und beobachte, was deine Fokusänderung mit eurer Beziehung macht.

Problemtalk anstatt Lösungsfokussion
Wenn Kunden sich für eine Einzellektion anmelden, steht das Problem sehr oft im Zentrum. Sie berichten differenziert darüber, was schwierig ist, welches Verhalten sich sehr störend auf ihren Alltag auswirkt und dass es nun an der Zeit ist, das Problem wegzumachen, respektive dem Hund ein neues, sprich: «besseres» Verhalten beizubringen.

Es geht nicht darum, Probleme schön zu reden
Manchmal sind die Menschen UND der Hund so frustriert, verzweifelt und enttäuscht, dass es gar keinen Raum mehr gibt für Freude und Leichtigkeit. Es geht hier keinesfalls darum, die Not in einem Team nicht wahrzunehmen oder ein Verhalten schön zu reden oder zu bagatellisieren. Wenn ein Hund als Beispiel eine ressourcenbedingte Aggression zeigt, werden wir die Situation so gestalten, dass das unerwünschte Verhalten durch Managementmassnahme nicht mehr auftritt, um dann die einzelnen Trainingsschritte nach einer ausführlichen Verhaltensanalyse gemeinsam festzulegen.

Es geht darum, eine andere Brille aufzusetzen und den Blickwinkel zu ändern
Mir geht es in diesem Beitrag darum, dich zu sensibilisieren, die Problembrille abzunehmen und eine freundliche und wertschätzende Sicht auf deinen Hund zu entwickeln, auch wenn er gerade noch Themen hat, die für dich UND ihn im Alltag ab und zu schwierig sind.

Dein Hund ist genauso wenig das Problem, wie du es bist. Manchmal sagen die Kunden genau diesen Satz: «Ich weiss, dass mein Hund nicht das Problem ist, sondern ich». Sie möchten damit ihrem Hund gegenüber freundlich sein, sich selber drücken sie aber den Problemstempel auf. Andersrum natürlich genauso: «Mein Hund hat echt ein Problem, der pöbelt dauernd rum und verbellt alles, was vier Beine hat». Das ist zwar etwas netter ausgedrückt, als wenn ich sage: mein Hund IST das Problem, aber auch in dieser Formulierung nicht sehr hilfreich.

Eine sachliche Beschreibung eines Verhaltens hilft weiter
Sinnvoller wäre es doch, die Wertung wegzulassen und das Verhalten sachlich zu beschreiben: «Wenn mein Hund frontal auf einen anderen Hund zugeht und der andere näher kommt, legt er sich  auf den Boden oder er bellt». Dann kann ich fragen: «Was soll er stattdessen tun»? Wir sind sehr dressiert (sorry für den Ausdruck), zu formulieren, was er oder sie NICHT tun soll. Also in diesem Fall: nicht bellen, nicht lauern, sich nicht anpirschen etc.

Alternativverhalten fördern, anstatt mehr vom Problem zu machen
Sich über ein alternatives Verhalten Gedanken zu machen, ist manchmal ganz schön harzig. Oder ich frage: «Welches Verhalten zeigt dein Hund denn, bevor er sich auf den Boden legt»? « Er schnüffelt da so rum oder er zieht mich zur Seite oder er verlangsamt sein Tempo». Und was machst du in diesem Fall? «Ich gehe weiter und ziehe ihn an der Leine mit». Bingo! Der Hund hätte eigentlich eine freundliche und deeskalierende Lösung gefunden in dieser Hundebegegnung, der Mensch nimmt diese nicht wahr oder interpretiert sie eben anders und führt den Hund von der Lösung weg in die Konfrontation. Und schon haben wir den Salat, respektive das Problem, auf Grund dessen der Mensch dann Unterstützung sucht.

Du verfügst über ausreichend Ressourcen und Kompetenzen, dein Hund übrigens auch
Ein lösungsorientierter Ansatz bedeutet nicht, Probleme wegzumachen oder Verhalten zu reparieren. Vielmehr sucht er nach den Ressourcen und Kompetenzen eines Individuums, um mit einer herausfordernden Situation konstruktiv umzugehen und zu einer möglichen Lösung zu gelangen.

In meiner Arbeit als Ergotherapeutin in der Psychiatrie habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen sich befähigen, ihrer aktuellen Lebenssituation eine neue «Farbe» zu geben, wenn wir uns auf ihre Ressourcen fokussieren. Natürlich ist es wichtig, traurig zu sein, wütend oder verärgert; oder darüber zu reden, was einem sehr beschäftigt. Meine Aufgabe als Therapeutin sah und sehe ich darin, den Menschen mit seinen Sorgen und Nöten empathisch wahrzunehmen und gleichzeitig die Türe einen kleinen Spalt zu öffnen für eine andere Sichtweise.

3 zentrale Annahmen unterstützen dich auf eurem Weg

In der Arbeit mit «meinen» Mensch – Hund Teams ist es sehr ähnlich. Ausser, dass zwei Lebewesen am Prozess beteiligt sind. Der Mensch hängt öfters im Problem fest und der Hund ist als Spiegel am Agieren oder am Re-agieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowohl Mensch wie Vierbeiner von einer lösungsorientierten Sichtweise sehr profitieren können. Zum Abschluss möchte ich 3 aus meiner Sicht in der Ausbildung von Mensch und Hund zentralen Annahmen aus der lösungsorientierten Arbeit festhalten:
- Es gibt bei jedem Problem Ausnahmen. Fokussiere dich auf die Ausnahmen.
- Wenn etwas funktioniert, mach mehr davon.
- Kleine Veränderungen führen zu grossen Veränderungen.

In diesem Sinne...

«...freue ich mich, dich und deinen Vierbeiner auf eurem gemeinsame Weg lösungsorientiert zu begleiten.»

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