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Coaching für Mensch&Hund

Schwarz Weiss Denken in der Mensch Hund Beziehung

Dichotomes Denken ist nicht zielführend

Dichotome Modelle oder eine dichotome Betrachtungsweise treffen wir leider immer noch oft in der Mensch Hund Beziehung an. Sie wirken möglicherweise logisch, greifen aber viel zu kurz, weil sie nur in falsch und richtig unterscheiden.

Fido knurrt, er will mich dominieren.
Luna weiss genau was ich meine, aber sie will nicht.
Berta hat meinen Rückruf gehört, aber sie will mich ärgern.
Marlon weiss, was das Wort Platz bedeutet, aber er ist stur.

Wenn Verhalten vorschnell interpretiert wird

Diese Aussagen implizieren, dass der Hund nicht will, obwohl er könnte. Und schon sind wir mitten im Schwarz Weiss Denken angekommen.

Verhalten des Hundes wird vom Menschen schnell als Trotz oder Ungehorsam interpretiert. Natürlich nur dann, wenn es von den Vorstellungen des Menschen abweicht.

Was dann folgt, sind gerne sogenannte Tipps oder Tricks, um ein störendes Verhalten zu unterbrechen oder um ein passenderes Verhalten zu bekommen. Sehr vereinfacht und linear gedacht.

Verhalten wird aus dem Kontext gerissen

Ohne Bezug zu den Umweltreizen, der körperlichen und emotionalen Verfassung des Hundes und des Menschen, zum Ausbildungsstand des Hundes, zu den Auslösern für Verhalten, zu den Konsequenzen, zu lerntheoretischen Grundlagen, zur Signalgebung des Menschen, zur Beziehungsqualität etc. wird Verhalten vorschnell bewertet und falsch eingeordnet.

Ein Verhalten hat so viel komplexere Ursachen, als es das einfache dichotome Beziehungsmodell uns suggeriert.

Warum solche Modelle so beliebt sind

Trotzdem sind diese Zweifaktoren Modelle sehr beliebt, weil sie einfach verständlich sind, Sicherheit vermitteln, schnelle Lösungen versprechen und somit gut zu menschlichen Denkgewohnheiten passen.

Gerade aversive Trainingsmethoden können diesem dichotomen Modell zugeordnet werden. Der Hund ist ungehorsam, er wird bestraft. Ohne kontext und ursachenbezogen hinzuschauen.

Und wenn der Hund nach einer Massregelung eingeschüchtert vor dem Menschen sitzt, weiss er genau, was er falsch gemacht hat und wofür die Strafe war. (Achtung Zynismus).

Ist doch einfacher, zu strafen, als in Gedanken zuerst eine Verhaltensanalyse zu machen.

Weg von der Bewertung hin zum Verständnis

Die Frage dazu lautet: Was braucht mein Hund in dieser Situation, um ein anderes Verhalten zeigen zu können.Wir dürfen wegkommen von der Bewertung und von der implizierten Annahme, dass Verhalten in ein Schwarz Weiss Raster passt.

Ein Verhalten zu verändern dauert möglicherweise etwas länger, ist dafür aber nachhaltiger. Und vor allem sehr viel fairer und freundlicher einem anderen Lebewesen gegenüber.

Es lohnt sich also, einen Moment länger hinzuschauen, statt vorschnell zu urteilen. Dein Hund wird es dir danken.


In diesem Sinne:

«Hinter jedem Verhalten steckt mehr als nur richtig oder falsch.»

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