Die 5 Dimensionen von Verhalten – einfach erklärt
Wie sicher dein Hund ein Verhalten zeigen kann, hängt davon ab, wie du es aufbaust
Jedes Verhalten hat fünf Dimensionen. Nehmen wir als Beispiel das Verhalten «Sitz».
Du möchtest deinem Hund beibringen, dass er auf dein Signal (Sicht- und/oder Hörzeichen) sein Hinterteil Richtung Boden bewegt.
Form:
Bevor du mit dem Training beginnst, solltest du eine ganz klare Vorstellung davon haben, wie das Verhalten aussehen soll. Beschreibe es konkret:
«Der Hund hat seinen Po auf dem Boden, die Hinterbeine sind im Knie- und Hüftgelenk angewinkelt, die Vorderbeine sind im Ellbogengelenk gestreckt und die Vorderpfoten stehen parallel auf dem Boden.»
Erst jetzt beginnst du mit dem Üben.
1. und 2. Latenz und Häufigkeit
Die Form ist nun klar. Jetzt geht es darum, wie du deinen Hund in die Sitzposition bringst.
Wahrscheinlich beginnst du mit Locken, wechselst dann zu einem Handsignal ohne Locken – ergänzt durch ein Markerwort und eine anschliessende Belohnung.
Dein Hund hat das Signal erst verstanden, wenn er mindestens vier von fünf Mal (Häufigkeit) das Verhalten «Sitz» unmittelbar (Latenz) nach deinem Signal zeigt.
Wichtig: Dein Signal muss klar definiert, eindeutig und immer gleich sein.
3. Dauer
Als Nächstes baust du die Dauer in das Verhalten «Sitzen auf Signal» ein.
Wiederholungen sind entscheidend: Führe fünf Durchgänge mit exakt demselben Ablauf durch.
Das bedeutet: Du stehst immer in derselben Distanz zum Hund, gibst immer dasselbe Signal und hältst die gleiche Zeitdauer ein.
Erst wenn dein Hund mindestens zehn Sekunden im Sitz bleibt, kannst du die Aufgabe schwieriger gestalten.
4. Intensität
Jetzt erhöhst du die Anforderungen. Du machst das Verhalten «Sitzen» schwieriger, z. B. indem du vor deinem Hund einen Schritt gehst, eine Kniebeuge machst, ein Leckerli auf den Boden legst oder dich einmal um deine eigene Achse drehst.
Auch hier gilt: fünf Wiederholungen auf exakt dieselbe Art und Weise.
Überlege dir im Vorfeld genau, was dein Hund bereits leisten kann.
5. Variation
Wenn dein Hund auf dein Signal hin zuverlässig sitzt und das trotz Ablenkung mindestens zehn Sekunden gerne zeigt, bringst du die Übung in einen neuen Kontext.
Zum Beispiel: Du fragst das «Sitz» auf einer Wiese, im Wald, in der Stadt oder auf einem Baumstumpf ab.
Wichtig: Du gestaltest das Setting so, dass dein Hund genau weiss, wo ihr im Training steht, und dass ihr einen Erfolg feiern könnt.
Merke:
Das gilt für jedes (erwünschte) Verhalten, das du mit deinem Hund aufbauen möchtest.
Zeigt dein Hund ein sogenannt unerwünschtes Verhalten, wie Leute anbellen, möchtest du hingegen, dass die Latenzzeit möglichst lang ist. Also der Hund möglichst lange nicht bellt, wenn ein Auslöser auftaucht.
Zudem möchtest du, dass auch die Dauer des Bellens kurz ist.
Dein Training ist immer nur so erfolgreich und zielführend, wie kleinschrittig und überlegt du den Aufbau der einzelnen Schritte gestaltest.
In diesem Sinne:
«Ein guter Trainingsplan ist unumgänglich, um ein Verhalten strukturiert aufzubauen.»
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